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View Rights PortalHerbert Genzmer versucht eine Brücke zu schlagen zwischen einer Grammatik, die Verhaltensregeln für die »korrekte« Reproduzierbarkeit von Sprache gibt (z.B. der Duden), und dem ständigen Wandel, in dem sich Sprache befindet. Seine Deutsche Grammatik zeigt den traditionellen Aufbau einer Sprachlehre, eignet sich zum Nachschlagen und zur raschen Information. Aber sie ist auch eine Grammatik anderer Art, denn sie spürt der Flexibilität der Sprache, ihrer Progressivität und Virtuosität nach, sie will anregen zur Reflexion über Grammatik und damit über Sprache selbst.
Was passiert bei der Übertragung mathematischer Formeln in die unscharfe Welt der Wörter? Wer wird angesprochen, und welche Absichten werden verfolgt? Wie kann man wahr und falsch unterscheiden? Roald Hoffmann spricht von der Aufrichtigkeit, die der Forscher dem singulären Gegenstand entgegenzubringen hat, und davon, daß Darstellen und Erzählen, daß »Übersetzen« zur Grundausstattung der menschlichen Welt gehören. Wäre daher die Bevorzugung des Einfachen gegenüber dem Komplexen eine Lüge? Jean-Michel Rabaté hält »wahren« Lügen zugute, daß sie Gefühle zur Wahrheit überlisten können. Evelyn Fox Keller stellt fest, daß auch die Wissenschaft voller Metaphern ist: Die Bezeichnungen Atom, Gen, Organismus sind metaphorische Notlösungen. Aber sprachliche Ungenauigkeit und Assoziationen können durchaus zum wissenschaftlichen Erkennen beitragen. Mieke Bal fragt, ob vielleicht Fiktion Fakten überhaupt erst greifbar macht, und untersucht die Ethik des Geschichtenerzählens. Alle Autoren, die ganz unterschiedlichen Fachrichtungen angehören, stellen die grundsätzliche Frage nach dem unvermeidlichen, notwendigen Zusammenhang von Sprache – wissenschaftlicher wie literarischer –, Lüge und Moral. »Die interessantesten wissenschaftlichen Fragen überschreiten heute die Grenzen der traditionellen wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Ein Paläontologe verfügt eben nicht automatisch über Kenntnisse der Relativitätstheorie oder der Thermodynamik. Jeder interdisziplinäre Dialog muß die Sprache aus einem Kontext herauslösen und auf einen anderen übertragen. Beim Transport gehen oft Dinge verloren, sie zerbrechen, wie geschickt und vorsichtig die Möbelpacker auch immer sein mögen.«
Hebräisch ist die einzige Sprache, die Eltern von ihren Kindern lernen, hieß es Anfang des 20. Jahrhunderts mit Blick auf die jüdischen Einwanderer im damaligen Palästina. Im heutigen Israel jedoch ist das Hebräische längst Muttersprache geworden. Die Wiederbelebung dieser biblischen Sprache ist die vielleicht erstaunlichste Pionierleistung der Zionisten. Denn über einen Zeitraum von fast zweitausend Jahren war das Hebräische eine reine Schrift- und Sakralsprache. Die Juden in aller Welt verständigten sich im Alltag in Jiddisch oder Ladino sowie den Sprachen der Länder, in denen sie lebten. Als Inbegriff der Kultursprache galt – vor der Shoah – für viele Juden das Deutsche. Noch der Begründer des politischen Zionismus, Theodor Herzl, ging wie selbstverständlich davon aus, daß im zukünftigen »Judenstaat« Deutsch gesprochen werden würde. »Wir können doch nicht Hebräisch miteinander reden. Wer von uns weiß genug Hebräisch, um in dieser Sprache ein Bahnbillett zu verlangen?« Der Jüdische Almanach widmet sich dem Phänomen, daß sich jüdische Kultur in und zwischen unterschiedlichen Sprachen entfaltete und entfaltet, dem Neben-, Mit- und Gegeneinander, der Vielfalt ihrer Sprachen.
Mit diesem Buch tritt ein Autor, der mit der sprachanalytischen Philosophie ebenso vertraut ist wie mit den modernen Entwicklungen der theoretischen Sprachwissenschaft, der gängigen Meinung entgegen und versucht zu zeigen, daß die Wittgensteinsche Auffassung von der Sprache, der zufolge die Sprache eine Form sozialen Lebens ist, nicht unverträglich ist mit einer kognitiven Sprachtheorie, der zufolge die Sprache eine Form biologischen Lebens ist und in Analogie zu einem Organ gesehen werden kann. Bei dem Versuch, die scheinbar konträren Sprachauffassungen Chomskys und Wittgensteins miteinander zu versöhnen, werden der Erklärungsanspruch Chomskys und der Beschreibungsanspruch Wittgensteins auf komplementäre Problemstellungen und unterschiedliche wissenschaftliche Verfahren relativiert.
»Das Vorhaben von Die Sprache der Mode entstand unmittelbar im Anschluß an das Nachwort der Mythen des Alltags, in dem ich die Möglichkeit einer immanenten Analyse anderer Zeichensysteme als der Sprache entdeckt habe - oder zu entdecken geglaubt hatte. Ich hatte von diesem Augenblick an den Wunsch, eines dieser Systeme, eine von allen gesprochene und zugleich allen unbekannte Sprache, Schritt für Schritt zu rekonstruieren. So habe ich die Kleidung gewählt.« Roland Barthes
Sprachen sind Werkzeuge. Jeder benutzt eine oder mehrere, jeden Tag. Ein solches Instrument zu erwerben, kostet Zeit, Kraft und oft Geld. Sein Besitz bringt Vorteile. Dies macht Sprache zu einem wertvollen Gut, auch im ökonomischen Sinne. Sein Erwerb, Besitz und Gebrauch sind wichtige Faktoren des Wirtschaftens. Aber Sprache ist nicht nur ein Element des Wirtschaftslebens, sie ist auch in ihrer Systematik von einem »haushälterischen Zug« geprägt. Sprache hat eine externe und eine interne Ökonomie. Dieses Buch untersucht die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen der äußeren und der inneren Ökonomie der Sprache. Es zeigt, daß Sprachen unterschiedlich wertvoll sind, daß ihre Entwicklung und Verbreitung von wirtschaftlichen Bedingungen abhängen und daß sie in ihrer inneren Systematik ökonomischen Anforderungen verschieden gut gerecht werden.
Obgleich die abendländische Philosophie seit jeher den Menschen als sowohl sprechendes wie sterbliches Wesen bestimmt, ist nach Heidegger »das Wesensverhältnis zwischen Tod und Sprache noch ungedacht«. In diesem frühen philosophischen Werk dokumentiert Giorgio Agamben den Lektüreverlauf eines Seminars, das eben dieses Wesensverhältnis zu denken versuchte: acht Tage (und sieben Exkurse) intensiver Auseinandersetzung mit Hegel und Heidegger, Benveniste und Jakobson, Aimeric de Peguilhan und Leopardi, Leonardo und Aristoteles, die immer wieder auf jene andere Stimme stößt, in der die bedeutungslosen, tierischen Stimmen »aufgehoben« sind. Sie erweist sich als die ursprüngliche ethische Dimension, in der der Mensch der Sprache sein Jawort, ihrem Stattfinden seine Zustimmung gibt. Sollte also, der notorischen Behauptung ihres Phonozentrismus zum Trotz, die Metaphysik schon immer Grammatologie betrieben haben? Und wird man den metaphysischen Horizont, in dem Logik und Ethik, Sprache und Tod ununterscheidbar werden, nur überschreiten können, wenn man einen infantilen Gebrauch von der Sprache zu machen versteht?
Im Zentrum der hier versammelten Essays stehen die für Roland Barthes zentralen Problematiken der Sprache und des Schreibens.
Die Sprache der Moral ist eine klare, kurze und lesbare Einleitung in die Moralphilosophie, die den Anfänger möglichst direkt zum Verständnis der grundlegenden Probleme dieses Bereichs führt.
Dem Eid kommt als »Sakrament der Macht« in der Geschichte der abendländischen Politik und Religion eine grundlegende Rolle zu. Dennoch fehlt – ungeachtet zahlreicher linguistischer, anthropologischer und historischer Studien – ein all diese Aspekte umfassender Versuch, den systematisch-strategischen Ort zu bestimmen, den die Institution des Eides am Schnittpunkt von Recht, Religion und Politik einnimmt. Hier setzt Giorgio Agamben mit seiner »Archäologie des Eides« an – und trifft mitten ins Zentrum der Existenz des Menschen als sprechendes sowie als politisches Tier. Im Rückgriff auf griechische und römische Quellen stellt Agamben den Konnex her zwischen dem Eid einerseits und archaischer Gesetzgebung, Fluch und Götternamen andererseits. Dabei gewinnt er eine völlig neuartige Perspektive auf den Ursprung des Eides: Der Eid wird zum entscheidenden Moment in der Anthropogenese; als Sakrament der Macht hat er sich etablieren können, weil er zuallererst das Sakrament der Sprache ist. Indem sich der Mensch als sprechendes Wesen entdeckt, bindet er sich auch an die Sprache und setzt in ihr sein Schicksal aufs Spiel.
Nicht nur Sprachphilosophen, auch Sprachwissenschaftler unterscheiden zwischen dem Regelsystem einer ›Sprache‹ bzw. der Sprachkompetenz und der aktuellen Verwendung dieser Fähigkeit in der Kommunikation, dem ›Sprechen‹. In den letzten Jahrzehnten mehren sich allerdings Stimmen, die kritisch fragen, ob eine solche ›Sprache hinter dem Sprechen‹ tatsächlich zu entdecken ist oder ob sie nicht vielmehr durch die sprachwissenschaftliche Praxis überhaupt erst erzeugt werde. Der Band will das aktuelle Problemfeld zeitgenössischer Sprachreflexion und Sprachtheorie vermessen, indem zeitgenössische Verfechter oder Kritiker der Idee von einer ›Sprache hinter dem Sprechen‹ zu Wort kommen und sich mit den möglichen Wechselwirkungen zwischen den beiden Phänomenen auseinandersetzen.
Chomskys Arbeit, die auf drei Vorlesungen an der Universität Berkeley zurückgeht, ist eine Art Summe seiner sprachwissenschaftlichen Forschung. Chomsky bestimmt die Linguistik eher als Teilgebiet der Psychologie. So fällt der Grammatik die Aufgabe zu, Hypothesen darüber vorzuschlagen, was Chomsky Sprachgefühl oder intuitives, unbewußtes Wissen nennt. Chomsky führt das latente, normative Bewußtsein über sprachliche Strukturen gegen die behavioristischen Versuche ins Feld, die Sprache auf Sprachverhalten, Kompetenz auf Können zu reduzieren.
Der Band versammelt eine Reihe von empirischen Detailstudien, in denen diese Zusammenhänge rekonstruiert werden. In ihnen wird deutlich, wie gerade die Grenzen von »nationalem«, »konservativem« und »faschistischem« Diskurs oszillieren. Der Schwerpunkt des Bandes liegt bei Untersuchungen zur Sprache im Faschismus während des »Dritten Reiches«. Die Transformationen ideologischer Elemente hin zu dieser Zeit stehen in zwei Beiträgen im Mittelpunkt. Ein weiterer Beitrag behandelt Kontinuitäten und Adaptierungen von Teilen des faschistischen Diskurses in der Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland.
Die exemplarische Diskussion der Sprachphilosophien Herders und Humboldts im ersten Hauptteil des Buches dient der Einführung in die Sachfragen des Zusammenhangs von Sprache und Denken. Die Gründe, die Herders und Humboldts Vorhaben scheitern ließen, bilden die Grundlage für eine Systematisierung und Präzisierung der Fragestellung, die Seebaß im zweiten Hauptteil unternimmt. Sie führt noch nicht zu einer Form der Frage, in der das Problem von Sprache und Denken definitiv entscheiden wäre, wohl aber so weit, daß eine in dieser Beziehung weiterführende Auseinandersetzung mit vorliegenden oder denkbaren Argumenten, die eine solche Lösung für sich beanspruchen, möglich wird. Der dritte und umfangreichste Teil des Buches ist dieser Auseinandersetzung gewidmet. Diskutiert werden einschlägige Beispiele aus dem wissenschaftlichen Verständnis, der Philosophie, der Linguistik, der Psychologie und der Medizin.
Unter den französischen Sprachwissenschaftlern und Semiologen ist Julia Kristeva wohl die unbequemste Denkerin: sie ist der theoretische Kopf der Tel Quel-Gruppe. Ihre Studien zur literarischen Textanalyse und zur Semiotik haben weit über Frankreich hinaus auf die Entwicklung neuer Methodologien und Vorstellungen in den Kultur- und Sozialwissenschaften Einfluß genommen. Mit dem vorliegenden Buch erscheint nun zum ersten Mal eine ihrer programmatischen Hauptarbeiten in deutscher Ubersetzung: eine Untersuchung der Symbolstrukturen. Ausgehend von der Poesie Lautréamonts und Mallarmés und von Erkenntnissen Freuds und Lacans versucht Julia Kristeva, die Logik subjektiver Rede neu zu formulieren, die Sprache als Praxis des Subjekts zu bestimmen. Die sprachlichen Neuerungen der literarischen Avantgarde am Ende des letzten Jahrhunderts gelten ihr als ein Indiz dafür, daß (und wie) sich zwei Träger signifikanter menschlicher Praxis«, Sprache und triebbewegter Körper, in ein widersprüchliches Verhältnis zueinander setzen, das seinen besonderen Ausdruck entweder in der Anlehnung an die geschichtlich vorgegebenen Symbolsysteme oder in der Auflehnung gegen sie findet. In dem Buch von Kristeva zeichnen sich die Umrisse einer Theorie der Kultur ab, die Sprachgeschichte und Erfahrungsgeschichte zusammenbindet.
Die Metaethik ist eine philosophische Disziplin, die sich erst im Rahmen der Philosophie der normalen Sprache (ordinary language philosophy) in eigenständiger und systematischer Form etabliert hat. Kennzeichnend für diese Disziplin ist eine bestimmte Art der Auseinandersetzung mit inhaltlichen moralischen Äußerungen: Es geht um die Analyse der Bedeutung und der Rechtfertigungsmöglichkeiten solcher Äußerungen. Metaethische Fragestellungen betreffen also die Grundlagen der Ethik. In diesen Band sind Beiträge aufgenommen, die die unterschiedlichen Positionen in der metaethischen Grundlagendebatte – Naturalismus, Intuitionismus, Emotivismus, Präskriptivismus, Neonaturalismus – repräsentieren.
Das Unbewusste, das als Fremdes zur Sprache drängt, steht für Nähe und Ferne zwischen Phänomenologie und Psychoanalyse. Schlüsselthemen sind der Leib, der Andere, die Zeit, Vergessen, Verdrängen, Übergangsfiguren und Übertragung. Strittig ist der Kontrast zwischen Triebwünschen und Fremdansprüchen, der Umschlag von Fremdheit in Feindschaft. Als Kulturanalyse greift die Psychoanalyse über auf Kunst, Religion und Interkulturalität. Fluchtpunkt ist eine responsive Therapie mit dem Leitmotiv der Sorge. Neben Husserl und Freud spielen Goldstein, Merleau-Ponty, Levinas, Lacan, Laplanche, Klein, Winnicott sowie neuere Debatten der Psychoanalyse eine zentrale Rolle in Bernhard Waldenfels' neuem Buch.