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Hanser Literaturverlage
Der Name Carl Hanser steht für ein Verlagshaus mit einer Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Der Bogen spannt sich von Kinder- und Jugendliteratur bis zur Gegenwartsliteratur und Sachbüchern aus aller Welt.
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Promoted ContentAugust 1970
Staatsleistungen an die Kirchen und ihre Ablösung.
Inhalt - Grenzen - Aktualität.
by Brauns, Hans-Jochen
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Promoted ContentMarch 2005
Hans Christian Andersen
by Gisela Perlet
Der Werdegang Hans Christian Andersens vom armen Schustersohn zum erfolgreichen Schriftsteller mutet wie ein Märchen an. Allerdings bemühte er sich auch nach Kräften, diesen Mythos zu pflegen. Andersens Figuren traten schon zu seinen Lebzeiten ihren Siegeszug durch die Welt an und sind bis heute unvergessen.
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October 1992Das Ende der großen Entwürfe
by Hans Rudi Fischer, Arnold Retzer, Jochen Schweitzer, Hans Rudi Fischer, Petra Moll, Wolfgang K. Köck, Horst Brühmann, Hans Rudi Fischer, Arnold Retzer, Jochen Schweitzer
Vom 3. bis 7. April 1991 fand unter dem Titel »Das Ende der großen Entwürfe und das Blühen systematischer Praxis« in Heidelberg ein interdisziplinärer Kongreß statt, der international bekannten Theoretikern der Kybernetik, Systemtheorie, Systemtherapie und anderer Bereiche Gelegenheit bot, angesichts des Zusammenbruchs vieler großer Entwürfe und einer nie dagewesenen Vielfalt konkurrierender Paradigmen ihre Konzepte und ihre Praxis zu diskutieren. Der vorliegende Band vereinigt die wichtigsten theoretischen Beiträge dieses Kongresses. Der gleichzeitig erscheinende Band Systemische Praxis, herausgegeben von Jochen Schweitzer, Arnold Retzer und Hans Rudi Fischer (stw 1033), dokumentiert die wichtigsten Beiträge aus dem Bereich systemischer Praxis.
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June 1988Die Wut des Verstehens
Zur Kritik der Hermeneutik
by Jochen Hörisch
Als im Jahre 1960 Hans-Georg Gadamers Buch Wahrheit und Methode erschien, war »Hermeneutik« noch ein Begriff für Spezialisten. Die Kompetenz der Hermeneutik hat sich mittlerweile geradezu atemberaubend erweitert; sie gab die Beschränkung auf Bücher auf, wandte sich auch dem Nichtgeschriebenen zu und erklärte schließlich alles: die Welt, das Leben und den Tod, zu ihrem Thema. Stand und Standard der Hermeneutik-Debatte sind folglich von großer Subtilität. Der vorliegende Essay unterbietet diesen Diskussionsstand in eklatanter Weise. Seine Absicht ist es, grundsätzlich darzulegen, das »Verstehen« nicht immer und an allen Orten selbstverständlich war und ist, weil das, was selbstverstädnlich ist, aufhört, es zu sein, wenn es verstanden oder gar interpretiert wird. Nachgezeichnet wird deshalb eben nicht die Geschichte der hermeneutischen Geschäftigkeit, der »Wut des Verstehens«. Ausgebreitet werden vielmehr Etappen der hartnäckigen Vermutung, »Verstehen« sei ein heikel-reizvolles Epiphänomen. Zur Diskussion also steht der Universalitätsanspruch der Hermeneutik. Jochen Hörisch, geb. 1951, ist Privatdozent für Neuere Germanistik an der Universität Düsseldorf. Publikationen: (Hg.) Ich möchte ein solcher nie werden wie... Materialien zur Sprachlosigkeit des Kasper Hauser, 1979; Gott - Geld und Glück. - Zur Logik der Liebe, 1983.
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October 2009Werktage I
Arbeitsbuch 1977-1989
by Volker Braun
Unbekanntes, hoch Wichtiges ist zu vermelden. Volker Braun hat, beginnend im Januar 1977, bis in die Gegenwart ein Werktagebuch geführt. Dessen erster Band, teils kurze, teils längere Notate, erlaubt nicht allein den erhellenden Einblick in die Werkstatt des »lauteren, spielwütigen Autors«. Solche Mitschriften des täglichen Lebens machen erfahrbar, wie Volker Braun sich und seine Arbeit, die Kollegen und die politische Situation – in Ost und West – sieht. Und seine Beobachtungen, mal giftig, mal ironisch, Reflexionen und Erzählungen zeigen erneut die Kunst dieses Dramatikers, Lyrikers und Prosaisten: Mit jedem Satz von ihm steigert er humoristisch-traurig die Einsicht in die Verbesserungswürdigkeit und Verbesserungsnotwendigkeit unserer Lage. In diesem Lebens-, Lese- und Arbeitsbuch ist also zu erfahren, wie Volker Braun nach der Publikation der Unvollendeten Geschichte – 1975 in der DDR, 1977 in der BRD – seine Dramen zum Druck befördert und auf die Bühne bringt, wie er listig den Hinze-und Kunze-Roman zuerst in Frankfurt und dann in Halle veröffentlicht, was die im Westen so alles mit ihm anstellen, warum er 1988 das Stück Lenins Tod schreibt, und im Jahr 1989 der erste Band seiner Werkausgabe erscheint.
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March 2007Das Mittagsmahl
by Volker Braun, Baldwin Zettl
Das ist auf schmalem Raum die Kindheit des Autors. Ja, sieh nur zu, an Liebe sollst du mich nicht übertreffen: So warb sein Vater Erich um die Braut, und der Sohn geht ihm nach, in die warme Kammer, in den Panzergraben. Er/ich ist die Person, nach der er fahndet; »ich bin es, der sein Leben wagt«. In diesem Leben hatte man zu kämpfen, und Volker Braun zeigt ergreifend das Kampfgeschehen, in das absurderweise Vater und Mutter gestellt sind. Beim Mittagsmahl erreicht die Mutter und die fünf Söhne die Nachricht, daß der Vater gefallen sei, »wie das Sterben im Krieg heißt«. Zeitlebens warf sie sich vor, daß sie ihn gehen gelassen hat. 50 Jahre später erlebt sie ein unverhofftes Wiedersehen, im Traum; und plötzlich stand ihr das ganze Rätsel vor Augen, das ihr Leben war: daß sie so herzlich am Tisch gesessen und Blut in der Suppe gewesen war. Volker Braun unternimmt es, vom »Schönsten und Schrecklichsten«, von deutscher Geschichte zu schreiben. Die Werke des Leipziger Kupferstechers Baldwin Zettl, geboren 1943, beeindrucken durch ihre handwerkliche Präzision und artifizielle Meisterschaft.
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April 2009Der Stoff zum Leben 1-4
Gedichte
by Volker Braun
»Die ›Definition‹ eines ersten Trainings des aufrechten Gangs hatte noch geschwankt zwischen den Formeln ›Stoff zum Schreiben, zum Leben‹. Inzwischen scheint es sich für den Lyriker geklärt zu haben: Leben ist Schreiben. Alle ›Materialien‹ von I bis – vorerst – XIV, Landschaft und Dichtung, Taten wie Untaten, erfüllte Augenblicke und der Wutausbruch im ›Material‹ VI (›Der Frieden‹): alles Stoff zum Leben in der geformten Sprache des Gedichts. Hier wird alles zum Material. Zeilen großer Dichtung und große Gedanken eines unglücklichen Bewußtseins, Schrei und Gelächter, sound and fury«, schrieb Hans Mayer im Nachwort der 1990 unter dem Titel Der Stoff zum Leben 1–3 erschienenen Erstausgabe (BS 1039). Voker Brauns Zyklus wird in dem neuen Band erweitert und abgeschlossen durch einen vierten Teil »Der Stoff zum Leben 4: TUMULUS«, der zuerst separat veröffentlicht wurde (Tumulus, 1999).
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April 1997Mediengenerationen
by Jochen Hörisch
Jochen Hörisch, geboren 1951, ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim.
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January 1976Es genügt nicht die einfache Wahrheit
Notate
by Volker Braun
In Brauns Notaten ist der Brechtsche Gestus der Darstellung deutlich erkennbar. Erfahrungen werden zurückgebunden an die Situation, in der sie gesammelt worden sind; Widersprüchen wird widersprochen, Ideen ihre Entstehungsgeschichte nachkonstruiert, Zweifeln ihre Hoffnung eingeschrieben, das Selbstverständliche dem fremden Blick ausgesetzt, kurz: Brauns Art zu beobachten, zu denken ist die des Dialektikers: Indem er die Dinge beschreibt, setzt er sie in Bewegung. Die hier versammelten Notizen, Essays, Stellungnahmen, Repliken sind allesamt Einübungen ins Fragen.
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June 2003Potsdam
Literarische Spaziergänge
by Jochen R. Klicker
Für neun große Spaziergänge durch die Stadt und zwei Ausflüge in die nähere Umgebung hat Jochen R. Klicker Texte zusammengestellt und kommentiert, die erzählen, »wie es eigentlich gewesen ist«.
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April 2014Dmitri/Die Übergangsgesellschaft/Nibelungen/Transit Europa/Limes. Mark Aurel/Was wollt ihr denn
by Volker Braun
Dieser Band versammelt eine Auswahl von sechs Theaterstücken von Volker Braun, die seit Beginn der achtziger Jahre entstanden sind. Volker Braun, 1939 in Dresden geboren, Lyriker, Dramatiker und Prosaautor, Büchner-Preisträger des Jahres 2000, zeigt sich in seinen Stücken als gleichermaßen scharfsinniger wie sprachmächtiger Analytiker von gesellschaftlichen Verhältnissen. Brauns Stoffe und Szenerien sind welthistorisch, die Problemstellungen seiner Stücke sind heutig und von globaler Brisanz.
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March 2004Gott, Geld und Medien
Studien zu den Medien, die die Welt im Innersten zusammenhalten
by Jochen Hörisch, Jochen Hörisch
Am 11. September 2001 wurden mit terroristischer Überdeutlichkeit drei weit voneinander entfernt scheinende Sphären aufeinander bezogen: Im Namen Gottes wurde das hochsymbolische Zentrum des internationalen Geldverkehrs medientauglich in Schutt und Asche gelegt. Gott, Geld und Medien stehen aber nicht erst seit diesem Terrorakt in einem intimen Spannungsverhältnis zueinander. Die Studien von Jochen Hörisch gehen der Geschichte und der Tiefenstruktur theologischer, monetärer und medialer Grammatiken nach und vertiefen die Analysen, die in den Bänden »Brot und Wein – Die Poesie des Abendmahls« (es 1692), »Kopf oder Zahl – Die Poesie des Geldes« (es 1998) und »Ende der Vorstellung – Die Poesie der Medien« (es 2115) vorgestellt wurden. Ihr Befund ist frappant: Gott, Geld und Medien stehen deshalb in einem so scharfen Konkurrenzverhältnis zueinander, weil sie so viele Gemeinsamkeiten haben.
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November 1988Die Stimme und das Phänomen
Ein Essay über das Problem des Zeichens in der Philosophie Husserls Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Jochen Hörisch
by Jacques Derrida, Jochen Hörisch, Jochen Hörisch
Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 in El-Biar in der Nähe von Algier als Sohn jüdischer Eltern geboren und starb am 8.Oktober 2004 in Paris. Während seiner Schulzeit war er antisemitischen Repressionen ausgesetzt. Ab 1949 lebte er in Frankreich und besuchte das Lycée Louis-le-Grand in Paris. Von 1952 bis 1954 studierte er an der École Normale Supérieure, wo er Vorlesungen bei Louis Althusser und Michel Foucault besuchte und sich mit Pierre Bourdieu anfreundete. 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. Während seines Militärdienstes von 1957 bis 1959 lehrte er Englisch und Französisch in Algerien. Von 1960 bis 1964 war er wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne. Ab 1965 bis 1984 bekleidete er eine Professur für Geschichte der Philosophie an der École Normale Supérieure. Den Durchbruch erlangte Derrida im Jahr 1967, als er nahezu zeitgleich in drei bekannten Verlagen drei wichtige Schriften veröffentlichte: De la grammatologie, La Voix et le phénomène sowie L'écriture et la différence. Auf Vortragsreisen in den USA lernte er Paul de Man und Jacques Lacan kennen. 1981 gründete er die Gesellschaft Jan Hus (eine Hilfsorganisation für verfolgte tschechische Intellektuelle). Im selben Jahr wurde er in Prag verhaftet und erst nach einer energischen Intervention François Mitterrands und der französischen Regierung von der Tschechoslowakei freigelassen. 1983 gründete er das Collège international de philosophie, zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde. Im selben Jahr wurde er zum Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris ernannt. Er starb am 8. Oktober 2004 in Paris. Jochen Hörisch, geboren 1951, ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Jochen Hörisch, geboren 1951, ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim.
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April 2010Theorie-Apotheke
by Jochen Hörisch
Das Buch für Theorie-Einsteiger! Dekonstruktion, Konstruktivismus, Strukturalismus … hat man ja alles schon mal gehört. Aber wo liegen die Unterschiede? Und was hat das alles mit mir zu tun? Lange für ihren Mangel an handfesten Theorien belächelt, haben die Geisteswissenschaften in den letzten fünfzig Jahren ein wahres Feuerwerk an Theorien versprüht. Wer kann in diesem Wirrwarr noch den Durchblick behalten? Jochen Hörisch eilt dem verwirrten Laien zu Hilfe. Anschaulich, präzise und immer mit einem Lächeln beschreibt der Literatur- und Medienwissenschaftler die wichtigsten Denkmodelle der letzten fünfzig Jahre, Informationen zu »Risiken und Nebenwirkungen« inklusive.
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October 1989Gesammelte Stücke. Zwei Bände
by Volker Braun
»Was Volker Braun vor fünf Jahren geschrieben hat, ist nichts anderes, als was Gorbatschow heute verlangt« - diese zeitdiagnostische und -prognostische Qualität, die Die Zeit Volker Brauns Theaterstück Die Übergangsgesellschaft attestiert, ist im Gesamtwerk dieses Autors anzutreffen. In den Stücken wird sie am deutlichsten, da hier konkrete Personen auftreten, die — auch wenn sie zuweilen aus anderen Zeiten zu sein scheinen - in akute Situationen gestellt sind, auf die sie reagieren müssen - und zu denen sich die Zuschauer und Leser verhalten müssen.
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April 2024Fortwährender Versuch, mit Gewalten zu leben
by Volker Braun
Volker Brauns »Versuche« über die Abgründe und Widersprüche unserer globalisierten Welt überraschen in ihrer Vielschichtigkeit und brillieren in ihrer Sprachgewalt. »Früher hätte man die Welt verlassen können, einfach die Zelte abbrechen können, jetzt gibt’s keine Anderwelt mehr, wir sind im Überall.« Mit geschärftem Blick für die Zusammenbindung der Welt und bekannter sprachlicher Virtuosität nähert sich Volker Braun in seinem neuen Prosaband den großen Fragen, die in die Zukunft reichen: Was macht unser heutiges »Überall« aus? Welchen Gewalten ist es ausgesetzt? Und was passiert, wenn die Gegner nicht mehr Staaten sind, sondern Stürme? Seine Bewegung führt auf die eurasische Landmasse, in das Berliner Liquidrom sowie in den Schlosspark Niederschönhausen, wo ihn die Stimmen seiner Begleiter umgeistern.
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March 2002Wie es gekommen ist
Ausgewählte Prosa
by Volker Braun
Von den frühen Anekdoten bis zur autobiographischen Rede im Jahr 2001 führt diese Auswahl der kürzeren Prosa Volker Brauns. Der Kenner des Werks wird in ihr zahlreiche bei Suhrkamp noch ungedruckte Texte finden; und demjenigen, der sich erst mit diesen Texten des Büchnerpreisträgers des Jahres 2000 zu beschäftigen beginnt, mag diese Sammlung ein idealer »Einstieg« sein. Sie enthält so wesentliche Texte wie den Bodenlosen Satz, der die Summe der Erfahrung des Scheiterns des »frühen, rohen Sozialismus« zieht, und Die vier Werkzeugmacher, das komisch-grausame Lehrstück vom Irrewerden an der angemaßten menschlichen Identität. Zwischen beiden stehen die merkwürdigen, vorgreifenden Parabeln vom Frühjahr 1989: Wie es gekommen ist, Texte von kafkaesker Zartheit und Kraft. Nach allem aber, am Ende des Jahrtausends, fragt eine kleine, harte Erzählung: Was kommt? Brauns Schreiben, als Versuch, die Gründe von Beharrung und Veränderbarkeit in unserer Wirklichkeit zusammenzudenken und Möglichkeiten der Freiheit zu erkunden, ist immer auch Arbeit für morgen.Die Darmstädter Akademie verlieh den Büchner-Preis »dem Dichter, der mit Erbarmen und Witz eine lebendige Chronik seiner geschichtlichen Welt geschaffen« und »die Sprache und die Formen der philosophischen Epoche der deutschen Literatur erneuert und verwandelt hat«.
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October 1999Ende der Vorstellung
Die Poesie der Medien
by Jochen Hörisch
Nach »Brot und Wein – Die Poesie des Abendmahls« (es 1692) und »Kopf oder Zahl – Die Poesie des Geldes« (es 1998) legt Jochen Hörisch nun den letzten Band seiner Trilogie über die Leitmedien der abendländischen Kultur vor. In »Ende der Vorstellung – Die Poesie der Medien« zeigt er, daß in unserer Informationsgesellschaft die audiovisuellen Medien inzwischen das Geld und das Abendmahl als ontosemiologische (also Sein und Sinn aufeinander beziehende und soziale Synthesis herstellende) Leitmedien abgelöst haben. Wie einst die Münze die Hostie überformt und weitgehend marginalisiert hat, verdrängt die CD-ROM, als Inbegriff des Trägers von Daten, die Münze. Die neuere Literatur ist von der Fähigkeit der elektronischen Medien, Wirklichkeit wahrzunehmen, weiterzugeben und zu manipulieren, auffallend häufig fasziniert. Hörisch entfaltet die Geschichte dieser Faszination an Klassikern wie Goethes »Wahlverwandschaften«, an Werken der klassischen Moderne wie Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« oder Thomas Manns »Der Zauberberg« und an zeitgenössischen Werken wie Peter Handkes »Versuch über die Jukebox« oder Heiko Michael Hartmanns »MOI«. Dem vorliegenden Buch ist ein umfassendes Personen- und Sachregister für alle drei Bände über die ontosemiologischen Leitmedien beigefügt.
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September 1994Der Roman, woran ich weiter und weiter schreibe
Ich-Buch der Berner Jahre
by Robert Walser, Jochen Greven
Es ist der Roman des Spaziergängers, des urbanen Flaneurs, der mit überwachen Sinnen innere und äußere Landschaften durchstreift, Räume der Geschichte und Räume der Imagination. Die Bühne ist Bern, die Stadt, in der Walser von 1921 bis 1933 lebte. Hunderte seiner Beiträge erschienen in Dutzenden von Zeitungen und Zeitschriften, 220 weitere Prosastücke verblieben am Ende bei ihm, dazu nochmals Hunderte von unbearbeiteten Entwürfen. Jochen Greven ermöglicht es, durch eine behutsame Selektion und Anordnung, 133 dieser Skizzen, Impressionen, Tagebuchblätter, Berichterstattungen, Selbstportraits und Selbsterfindungen in jenem inneren Zusammenhang zu lesen, den Robert Walser gemeint haben mag, als er sagte, daß sie im Grunde genommen einen »Roman, an dem er weiter und weiter schreibe«, darstellten.
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December 1991Brot und Wein
Die Poesie des Abendmahls
by Jochen Hörisch
Brot und Wein standen über verblüffend lange Epochen hinweg im Zentrum abendländisch-christlicher Weltbilder. Nun ist die Leistung des Abendmahls auch keine geringe. Es läßt – so will es die katholische wie die lutherische Lehre – Gottes Sohn stets erneut leiblich gegenwärtig sein. Brot und Wein bedeuten eben nicht nur, sondern sind wahrhaftig Christi Leib und Blut. In den Abendmahlelementen verschränken sich demnach Sein und Sinn. Das Abendmahl verspricht in buchstäblich substantieller Weise, daß Sein sinnvoll und daß Sinn existent ist. Jochen Hörisch charakterisiert deshalb die Leistung des Abendmahls als eine onto-semiologische: es vermittelt die Logik des Seins mit der der Zeichen. Das ist eine Leistung, die Theologen, Philosophen und Dichter seit jeher fasziniert hat. »Brot und Wein« entfaltet die Geschichte dieser Faszination – und die Geschichte ihrer Erosion. Es beginnt seinen thematischen Gang bei den neutestamentarischen Quellen und führt über die Reformation und das Barock, Goethe und Hölderlin bis zu Thomas Manns »Zauberberg« und Peter Handkes »Lehre der Sainte-Victoire«. Das Abendmahl, so die leitende These, verliert nämlich in dem Maße an Plausibilität, wie Geld für funktionale und neue Medien für simulative Korrelationen von Sein und Sinn sorgen.