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View Rights Portal»Jahre später, als ich zuschaute, wie sich das Trauergefolge meines Meisters durch den Paseo de Gracia bewegte, erinnerte ich mich an den Tag, an dem ich Gaudí kennengelernt hatte und sich mein Schicksal für immer änderte.« Ein junger Architekturstudent begleitet den berühmten Architekten nach Amerika, wo Antonio Gaudí den Auftrag, einen Wolkenkratzer zu bauen, erhalten soll. Doch als sie in Manhattan ankommen, nehmen die Dinge einen ganz anderen Verlauf. Das Phantastische ist, wie Carlos Ruiz Zafón, der Autor des Welterfolgs Der Schatten des Windes, sagt, »der Grund- und Schlußstein im großen Palast der Literatur«. Das bestätigt auch diese kleine phantastische Erzählung, die Karl-Georg Hirsch mit unheimlichen Zeichnungen illustriert hat.
Als seine Mutter erzählt, dass sie sich im Netz in jemanden verliebt hat, der ihr Goldbarren schicken will, weiß Carlos sofort, was los ist: ein Romance Scam, eine Form des Internetbetrugs, bei denen Opfern unter falscher Identität Nähe vorgegaukelt wird, um an Geld zu kommen. Carlos kann seiner Mutter beweisen, dass alle E-Mails ihres Verehrers aus Nigeria stammen, und der Spuk ist vorbei, doch nun lassen ihn, den jungen Investigativjournalisten, die vielen Fragen nicht mehr los. Warum fällt jemand auf so was rein? Wer steckt bitte hinter dieser zeitintensiven Betrugsmasche? Carlos reist nach Lagos. Er schleust sich ein in die Welt der Love Scammer, begleitet vier von ihnen für ein Jahr. Anhand ihrer wechselhaften Schicksale versteht er die Psychologie des Romance Scams, erfährt von der Ausweglosigkeit einer ganzen Generation, von ihren absurden, verschwenderischen Ritualen, ihrer Erschöpfung und den moralischen Dilemmata. Und wie sich die Einsamkeit im Westen auf verblüffende Weise spiegelt in der Armut Nigerias. Vielschichtiges Porträt Nigerias samt seiner Megametropole Lagos, rührende Mutter-Sohn-Geschichte, erschütternder Bericht von den Frontlinien moderner Einsamkeit – Hi Honey erweitert eindrucksvoll den Blick, auf die Art unseres Alleinseins und den afrikanischen Kontinent.
Der Ausdruck »Geisteswissenschaftler« evoziert das Bild von einsamen Menschen am Schreibtisch, deren ganze Aufmerksamkeit der versunkenen Auseinandersetzung mit komplizierten Texten gilt. Aber stimmt dieses Bild? Nein, sagen Steffen Martus und Carlos Spoerhase, die in ihrem Buch im Rückgriff auf zahlreiche unpublizierte Quellen die Praxis der Geistesarbeit am Beispiel Peter Szondis und Friedrich Sengles untersuchen. Sie zeigen, was Forschen, Lehren und Verwalten im akademischen Alltag tatsächlich bedeuten, vor welchen Herausforderungen die Geistesarbeit jeden Tag steht und was sie leistet. Gegen die abstrakte Rede von der »Krise der Geisteswissenschaften« plädieren sie für eine Neujustierung des Blicks, und zwar darauf, was an einem geisteswissenschaftlichen Arbeitsplatz wirklich geschieht.