Neutraale Kulturverein e.V.
At Neutraale we create children's coloring books. Text, characters and illustrations are ready to be published and we present original creations. National and international rights available for sale.
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View Rights PortalThe German Cultural Forum for Central and Eastern Europe publishes richly illustrated non-fiction books about the cultural history of those areas of Central and Eastern Europe where Germans used to, or still do live. The carefully edited titles with elaborated appendices are written by well-known experts who are able to present information about Central and Eastern Europe in an attractive way by cultural travel guides or historical overview books. The Cultural Forum also edits an annual and a bimonthly magazine, Blickwechsel ("Change of perspective") and Kulturkorrespondenz östliches Europa ("Cultural Correspondence Central and Eastern Europe"). Furthermore, the Forum organizes popular lectures, discussions, readings, exhibitions, concerts, journalist trips, writer residencies and prize-givings.
View Rights PortalKlagen über »Hypermoral«, »Wokeness« oder »Tugendterror« prägen die politische Debatte. Was früher Anspruch war, erscheint heute als Bedrohung: Die Moralisierung der Politik gilt vielen als Gefahr für die demokratische Ordnung. Doch was ist dran an der Diagnose einer übermoralisierten Gesellschaft? Cord Schmelzle analysiert präzise das Verhältnis von Politik und Moral und zeigt, dass Moral vor allem dann ins Bewusstsein rückt, wenn politische Konflikte in den Alltag vordringen und neue Gruppen Ansprüche auf Berücksichtigung erheben. Während sich die Kritik an der Moral als Versuch der Konservierung der bestehenden (Macht-)Verhältnisse erweist, sind moralische Interventionen ein wichtiger Faktor zur Selbstkorrektur von Gesellschaften – der gelegentlich übers Ziel hinausschießt. Entscheidend ist nicht, Moral aus der Politik zu verbannen, sondern besser moralisch zu streiten.
Zweimal musste er pandemiebedingt verschoben werden, jetzt soll im oberhessischen Bergenstadt wieder Grenzgang gefeiert werden — doch plötzlich wird das traditionelle Heimatfest zum Streitfall. Linda Preiss, Schulpsychologin am Städtischen Gymnasium, ist empört: Man will sie als Reiterin nicht dabei haben, weil sie eine Frau ist! War es also ein Fehler, nach so vielen Jahren in die alte Heimat zurückzukehren? Jürgen Bamberger gerät als Bürgermeister gleich doppelt in Erklärungsnot: Der Hessische Rundfunk hat Fra-gen zu dem sogenannten 'Mohren', und seine Tochter macht ihre ablehnende Haltung zum Fest öffentlich. Je hitziger die Diskussionen geführt werden, desto fremder wird Jür-gen der Ort, an dem er sein gesamtes Leben verbracht hat. Siebzehn Jahre sind vergangen, seit in der Literatur schon einmal Grenzgang gefeiert wurde, in Stephan Thomes gleichnamigem Romandebüt. Inzwischen allerdings hat sich das gesellschaftliche Klima grundlegend verändert. Und so stoßen die Protagonisten, während sie ihr privates Glück verfolgen, auf die großen Streitfragen unserer Zeit. Als das Fest schließlich beginnt, hat auch ihr Leben eine ganz neue Richtung eingeschlagen.
Das zivilisatorische Hexagon. Vom Elend und der bleibenden Unentrinnbarkeit der Nationalismen. Die Konfliktdynamik von Ethnonationalismen. Droht ein internationaler Kulturkampf? Was wird aus dem Sicherheitsdilemma? Was wird aus dem Entwicklungsdilemma? Wird das ökologische Dilemma strukturbildend?
Das Phänomen Kulturkampf als solches ist der Streit, in dem über die Legitimität und Herkunft von Unterschieden überhaupt gerungen wird. Wie die religiöse Metaphysik von der Frage beunruhigt wurde, woher das Böse stamme, so die säkulare Gesellschaft von der Frage, woher sie ihre Unterschiede nehmen soll.
Gemälde werden abgehängt, Skulpturen vernichtet, Filmhelden ausradiert: Ein heftiger Kulturkampf durchzieht die Museen, Kinos und Theater. Sogar ein Gedicht wird übermalt. Droht das Ende der Kunstfreiheit, wie manche sagen? Eine Zensur von unten? Oder ist es höchste Zeit, wie andere meinen, dass die Kulturwelt der Metoo-Bewegung folgt und mehr Gleichheit einklagt? Hanno Rauterberg zeigt, was sich hinter der Debatte um Moral und Ästhetik verbirgt: Warum wirken Bilder so bedrohlich? Gefährdet politische Korrektheit die Autonomie der Künstler? Und wieso streiten wir gerade heute über diese Fragen? Ein Essay über die wichtigste Kunstdebatte seit Langem, die viel verrät über die Krise des Liberalismus und die neuen Tabus einer sich wandelnden Gesellschaft.
Ein »Zuschauer*innen« in den Nachrichten, und das Internet kocht. Ein Verlag zieht zwei Winnetou-Bücher zurück, und die Angelegenheit weitet sich fast zu einer Staatsaffäre aus. Eine transgender Influencerin bewirbt eine Biermarke, Konservative starten einen Boykott, der Kurs des größten Brauereikonzerns der Welt bricht ein. Eine Kulturkampf-Episode jagt die nächste, und selbst Konflikte um so materielle Dinge wie Gasheizungen werden zunehmend emotionalisiert und identitätspolitisch aufgeladen. Natürlich sind an solchen Auseinandersetzungen immer zwei Seiten beteiligt. Radikalisierte Konservative bespielen sie jedoch besonders intensiv und auf eine besonders gefährliche Weise. Natascha Strobl zeichnet die Geschichte der großen Verkulturkampfisierung nach. Sie analysiert, warum diese Strategie für konservative und rechte Parteien so attraktiv ist; außerdem präsentiert sie Ratschläge für den Umgang damit: Wann ist es sinnvoll, nicht über das Stöckchen zu springen? Und wann muss man widersprechen, damit menschenfeindliche Haltungen nicht Normalität werden?
Ob Konrad Adenauer in der frühen Bundesrepublik oder Robert Schuman in Frankreich: Konservative und Christdemokraten erwiesen sich oft als erfolgreiche Erneuerer. Man denke an die europäische Einigung, im deutschen Fall die Westbindung oder die soziale Marktwirtschaft. Aber wenn es darum geht, sich selbst zu erneuern, steht der Konservatismus vor einem Problem: Schon seit Edmund Burke ist sein Wesen das Bewahren, nicht das Erschaffen. Heute scheinen Mitte-rechts-Parteien hin- und hergerissen zwischen einer Allianz mit reaktionären Kräften und einem klaren Bekenntnis zur liberalen, offenen Gesellschaft. Angesichts weltweit erstarkender autoritärer Bewegungen plädiert Roger de Weck für eine politische Selbstvergewisserung der Konservativen: »Woke« ist das falsche Feindbild. Statt sich im Kulturkampf gegen links zu verausgaben, gilt es, die europäische Souveränität zu stärken. In Zeiten der Disruption kann der Konservatismus das Versprechen auf Stabilität verkörpern – vorausgesetzt, er widersteht seinem Reflex, nach rechts abzudriften.
»Damit alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.« Der berühmte Satz aus dem Roman Der Leopard ist so etwas wie das inoffizielle Motto des gemäßigten Konservatismus. Parteien wie die CDU arrangierten sich mit Veränderungen und erwiesen sich als Anker der Stabilität. Heute ist nicht mehr sicher, ob die rechte Mitte hält: Setzen ihre Vertreter weiterhin auf Ausgleich und behutsame Modernisierung? Oder auf polarisierenden Kulturkampf? In der Bundesrepublik waren die letzten Merkel-Jahre von unionsinternen Richtungsstreits geprägt. Doch nicht zuletzt der Aufstieg Donald Trumps hat gezeigt, dass die Identitätskrise der rechten Mitte kein exklusiv deutsches Phänomen ist: In Italien füllten Berlusconi und radikal rechte Parteien wie Giorgia Melonis Fratelli d’Italia das durch die Implosion der Democrazia Cristiana entstandene Vakuum. In Frankreich spielen die Républicains zwischen Macron und Le Pen kaum noch eine Rolle. Und die Tories versinken nach dem Brexit-Chaos in Unernst und Realitätsverweigerung. Thomas Biebricher widmet sich dieser internationalen Dimension und zeichnet die turbulenten Entwicklungen seit 1990 nach. Seine Befunde sind auch deshalb brisant, weil sich am gemäßigten Konservatismus die Zukunft der liberalen Demokratie entscheidet.